Die Gründerin der Spinefoundation

Forto von Prof. Dr. Karin Büttner-Janz

Prof. Dr. Karin Büttner-Janz ist in der Medizin und im Hochleistungssport international anerkannt. Zu den Olympischen Spielen 1972 in München war sie die erfolgreichste gesamtdeutsche Sportlerin. In der Medizin ist sie bekannt durch die Entwicklung der künstlichen Bandscheibe, die weltweit eine neue Behandlungsstrategie bei Wirbelsäulenleiden einleitete. Von 2008 bis 2009 war sie Präsidentin der internationalen Gesellschaft der Wirbelsäulenchirurgen. Sie verfügt über 75 Patente/Anmeldungen zur neuesten Generation künstlicher Bandscheiben.

"Das Problem Wirbelsäule kann langfristig nur gelöst werden, wenn weitreichende Kenntnisse und vor allem wissenschaftlich fundierte Ergebnisse zur Verfügung stehen". Mit diesen Worten umschreibt sie ihr Stiftungsziel. Die Außerplanmäßige Professorin der Charité - Universitätsmedizin Berlin weiß, wovon sie spricht. Sie blickt zurück auf eine jahrzehntelange Erfahrung in der operativen und konservativen Wirbelsäulenbehandlung. Bis heute ist sie wissenschaftlich aktiv, auch als Gutachterin von Beiträgen, die international renommierten Journals zur Publikation eingereicht werden.

Nach 22-jährigen Tätigkeit als Chefärztin in der Orthopädie befasst sich Prof. Dr. Karin Büttner-Janz zusätzlich mit dem Schutz vor Infektionen. In Zusammenarbeit mit PwC und Krankenhausarchitekten wurde das Interdisziplinäre Wirbelsäulen Endoklinikum (IWE) als neuer, innovativer Krankenhaustyp konzipiert. Dazu absolvierte sie von 2014 bis 2016 ein MBA general management Studium an der HTW Berlin. Der Berliner Senat erteilte noch keine Genehmigung für das IWE. Ohne Genehmigung können nur privat versicherte und zahlende sowie beihilfeberechtigte Patienten behandelt werden. Ein Ausschluss von Versicherten ist jedoch insbesondere in der Patientensicherheit inakzeptabel, denn alle Bürger haben gleichermaßen ein Recht auf Schutz vor Infektionen. Laut einer wissenschaftlichen Studie entstehen 90% der Infektionen nach künstlichen Hüft- und Kniegelenken während der Operation. Für weitere hochinfektionsgefährdete Operationen ohne Studienergebnisse muss diese Häufigkeit ebenfalls angenommen werden. Infektionen aus dem Operationsraum können bis nach zwei Jahren ab der Operation auftreten. Erreger resp. Krankenhauskeime werden über die Luft des Operationsraumes übertragen, bis sie z.B. auf Instrumenten, Handschuhen des Personals oder Implantaten sind. Ein Schutzbereich in Operationsräumen der Raumklasse Ia soll das Eindringen von Erregern in den Wundbereich verhindern. Implantationen künstlicher Gelenke und andere hochinfektionsgefährdete Operationen werden in Berlin und bundesweit in zahlreichen Krankenhäusern ohne diesen Schutzbereich durchgeführt. Das neue Krankenhaus IWE soll nicht nur den Schutzbereich der Operationsräume aufweisen, sondern infolge einer neuen Architektur und Funktionslogistik einen weit darüber hinausgehenden Schutz vor Infektionen gewährleisten. Es soll Forschungszwecken und wissenschaftlichen Untersuchungen dienen, da publizierte Ergebnisse zu Infektionen aus dem Operationsraum (surgical site infections / SSI) hochgradig mit Limitationen behaftet sind und die sehr guten Ergebnisse zu direkten Schutzbereich-Untersuchungen in der klinischen Praxis nicht durchgehend bestätigt werden. Daraus abgeleitet gibt es keine studienbasiert wissenschaftlich exakten Empfehlungen zur Lufttechnik von Operationsräumen, im Widerspruch dazu, dass der Schutz von Patienten und Personal vor Infektionen sehr wichtig ist. Mit dem IWE soll Abhilfe geschaffen werden, u.a. dafür ist Prof. Dr. Karin Büttner-Janz Mitarbeiterin im deutschen DIN-Normenausschuss Heiz- und Raumlufttechnik.     

 Wissenschaftliche Publikationen seit 2014

  • Severe back pain in elite athletes: a cross-sectional study on 929 top athletes of Germany. Schulz, Lenz, Büttner-Janz. Eur Spine J 2015 online September 3 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26337926
  • Classification of Total Lumbar Disc Replacement. In: Dynamic Reconstruction of the Spine. Ed. Kim, Sengupta, Cammisa, Yoon, Fessler. 2nd Edition, Thieme New York, Stuttgart, Delhi, Rio de Janeiro, 2015, S. 304-312
  • Indications for Lumbar Total Disc Replacement: Selecting the Right Patient with the Right Indication for the Right Total Disc. Büttner-Janz, Guyer, Ohnmeiss. International Journal of Spine Surgery 2015; Vol. 8, article 12 http://dx.doi.org/10.14444/1012
  • Minimally invasive facet restauration implant for chronic lumbar zygapophysial pain: 1-year outcomes. Meisel, Seller, Lüth, Büttner-Janz, Stosberg, Moser, Miller, Block, Pimenta. Annals of Surgical Innovation and Research 2014, 8:7 http://www.asir-journal.com/content/8/1/7
  • Frisbee - the first artificial cervical disc of 3rd generation. Büttner-Janz, Meyer, Sambale, Wilke, Rüdiger, Büttner. Coluna/Columna 2014; 13(1):39-42 http://dx.doi.org/10.1590/S1808-185120141301RC102

Medizinische Fachvorträge seit 2014

  • Infektionen aus dem Operationssaal. 8. Klinikpfadworkshop - auf dem Weg zur idealen Patientenversorgung: Alle Prozessse greifen ineinander. Klinikum Frankfurt Höchst, 18./19.06.2015
  • In vitro results of the first 3rd generation cervical total disc named frisbee. IV. World Congress of Minimally Invasive Spine Surgery and Techniques, Paris - France, June 11-14, 2014
  • Frisbee - the New Cervical Total Disc (Poster). International Society for the Advancement of Spine Surgery - 14th Annual Conference, Miami FL - USA, April 30 - May 2, 2014
  • Bandscheibenendoprothetik LWS - Aktueller Stand. Deutsche Wirbelsäulengesellschaft Zertifikat Modul 2 - Degenerative Erkrankungen, Hamburg, 5. April 2014

Nichtmedizinische Vorträge seit 2014     

  • "Erfolg in Forschung und Beruf - was sind die Kriterien für dauerhaften Fortschritt?" Wissenschaftsmanagement Qualifikation: Von den Risiken des Erfolgs und den Chancen des Scheiterns. Veranstalter: Lemmens Medien, Berlin, 02.-03.12.2014
  • 29. Elite-Forum der Stiftung Deutsche Sporthilfe, Griante-Cadenabbia (Comer See, Italien), 6. - 9. April 2014
  • Vor Führungskräften der Landesbank Hessen-Thüringen, Frankfurt am Main, 16. Januar 2014

TV/Radio

Presse